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Assessing and promoting civil and minority rights in South Africa.

[Source: Deutschlandfunk von Leonie March.]

Bei den Kommunalwahlen in Südafrika Anfang August hat die Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) das schlechteste Wahlergebnis seit 20 Jahren eingefahren. Es war ein Denkzettel für die Regierung von Präsident Jacob Zuma und dessen korruptes Machtsystem. Die Dominanz der ehemaligen Befreiungsbewegung aber ist im Land gebrochen.

Seine Schritte wirken beschwingt. Fröhlich bahnt sich Mpumelelo Nktatsha einen Weg durch sein Heimatviertel, das Township Cato Manor in der Nähe der Hafenstadt Durban. Dabei ist auf den ersten Blick kein Grund für diese gute Laune zu erkennen: Am Straßenrand türmt sich der Müll. Ratten huschen durch die engen Gassen zwischen den kleinen Häuschen und Blechhütten. Darüber hängt ein Wirrwarr aus Kabeln, angezapften und ungesicherten Stromleitungen. Das typisch trostlose Bild, das viele Townships in Südafrika bieten. Doch das werde sich bald ändern, sagt der 31 jährige Nktatsha.

“Die Demokratische Allianz hat in diesem Wahlbezirk den ANC als Mehrheitspartei abgelöst. Damit hatte keiner gerechnet. Jetzt warten wir alle darauf, dass sich die Dinge ändern. Wie in vielen anderen Vierteln des Landes leiden wir darunter, dass Geld verschwendet wird. Niemand weiß, wie hoch das Budget ist und wofür es ausgegeben wird. Die neue politische Führung hat mehr Transparenz versprochen. Sie will dafür sorgen, dass das Geld auch bei den Bürgern ankommt. Und ich glaube ihnen.”

Nur ein paar Straßen weiter sitzt ein untersetzter Mann in seinem winzigen Wohnzimmer. Seine Frau spült hinter der verschlissenen Couchgarnitur Teller und Töpfe. Von Hoffnung ist hier nichts zu spüren. Nach der Kommunalwahl Anfang August herrscht Katerstimmung. Denn in diesem Nachbarbezirk hat der ANC erneut eine satte Mehrheit errungen. Es gibt zwar einen neuen Gemeinderat, aber nichts weist auf eine Veränderung hin. Im Gegenteil, meint der Familienvater, der seiner Wut lieber anonym Luft macht:

“Bevor der Mann Gemeinderat wurde, hat er in einer dieser Blechhütten gelebt. Er hatte nicht einmal ein richtiges Haus oder ein Auto. Aber jetzt hat er beides. Ohne dass er dafür einen Finger krumm gemacht hat. Er wurde auf den Posten gehoben, weil er ein Freund des alten Gemeinderats ist. So läuft das hier. Nach ein paar Wochen im Amt ist er schon genauso arrogant wie sein Vorgänger. Er weiß, dass er einfach in seinem Büro sitzen und nichts tun muss. Er wird trotzdem reich entlohnt. Solche Leute sind unser Problem. Wir hätten uns für jemand anders entscheiden sollen.”

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South Africa at a Glance
56 500 000 (mid 2017 estimate)
5.1% y/y in September 2017 (CPI) & +4.2% y/y in August 2017 (PPI)
2.5% q/q for the 2nd quarter of 2017
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